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Eurparl.de behandelt Themen rund um Europa, deren Länder und Hauptstädte, im speziellen aber wird hier über reisen in Europa geschrieben, mit vielen Tipps und Tricks die Sie beachten sollten.

Wer schreibt hier?

Auf diesem Blog schreibt ein Europäer, der in Budapest lebt und besonders gerne Europas Länder von Portugal bis Rumänien und von Schweden bis Griechenland bereist.

Auswandern nach Spanien

Immer mehr Deutsche wandern aus. Der Wunsch, die Heimat zu verlassen, ist vielmals Ausdruck eines Mangels an Perspektiven, der im Heimatland gesehen wird. Gefördert wird der Wunsch nach Auswanderung auch durch zahlreiche Fernsehsendungen, die manchmal den Eindruck vermitteln, im sonnigen Süden seien nicht nur das Leben lebenswerter, sondern die Arbeitsbedingungen auch besser.

Die Realität ist häufig anders und nur allzu schnell holt diese viele Auswanderer ein. Wer beispielsweise auf der Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca einen privaten und beruflichen Neuanfang starten möchte, braucht nicht nur eine gute Idee und viel Durchhaltevermögen, sondern auch einiges Geld. Nur so können die ersten zwei Jahre auch ohne Geldeinnahmen überstanden werden. Keinesfalls ist es zu empfehlen, gleich mit der ganzen Familie anzureisen in der Hoffnung, problemlos einen gut bezahlten Job zu finden. Manche halten gar Kenntnisse der spanischen Sprache für entbehrlich.

Für Rentner, die ein sicheres Einkommen haben, sowie für Menschen, die sich mit einer guten Geschäftsidee und viel Eigenkapital selbstständig machen können, ist Mallorca immer noch ein ideales Ziel. Angesichts einer Arbeitslosenrate von derzeit über 20 Prozent (die Jugendarbeitslosigkeit ist noch bedeutend höher) ist es auf absehbare Zeit aber äußerst schwierig, wenn nicht sogar aussichtslos, bei einer spanischen Firma eingestellt zu werden. Findet man dennoch Anstellung, dann meist zu Löhnen, die ein Leben auf den für spanische Verhältnisse teuren Balearen kaum ermöglichen. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Deutsche in Spanien
“Gastarbeiter” sowie “Ausländer” sind und häufig mit den gleichen negativen Erfahrungen konfrontiert werden, die ausländische Arbeitnehmer auch hier zu Lande erdulden müssen.

Wesentlich einfacher haben es Arbeitnehmer, die von ihrem deutschen Arbeitgeber nach Mallorca entsandt werden – beispielsweise als Servicekräfte einer Fluggesellschaft oder auch als Reiseleiter in den zahlreichen Hotels der beliebten Touristeninsel. In diesen Bereichen ist vor allem die sichere Beherrschung der deutschen Sprache gefragt. Über schwächere Spanischkenntnisse wird dann schon mal hinweg gesehen. Üppig sind die Verdienstmöglichkeiten aber auch dann nicht, zumal im Tourismusbereich häufig zu wenig attraktiven Zeiten gearbeitet werden muss.

Dank der Zugehörigkeit Spaniens zur Europäischen Union ist es vergleichsweise einfach, sich in Spanien niederzulassen. Jeder, der über genügend Einkommen verfügt, kann in Palma de Mallorca oder in einem anderen Ort Mallorcas eine Wohnung oder ein Haus mieten oder – falls man genügend “Kleingeld” hat - auch kaufen. Zu erledigen sind lediglich einige Formalitäten wie die Beantragung einer spanischen Steuernummer (N.I.E.).

Die Schwierigkeiten, die den Auswanderer in Spanien erwarten, sind also vor allem wirtschaftlicher Natur. Einfacher ist es hingegen, gesellschaftlich Fuß zu fassen. Die Spanier sind hilfsbereit und freundlich. Außerdem sind sie ein kosmopolitisch denkendes und tolerantes Volk. Sie leben nach dem Motto “Leben und leben lassen” und heißen die Neuankömmlinge meist ohne Ressentiments Willkommen. Neid und Missgunst sind den Spaniern weitgehend fremd, da materielle Werte in diesem Land eine weit geringere Rolle spielen als in Deutschland. Wer also in der Lage ist, längere finanzielle Durststrecken zu überstehen, kann den Traum im Süden durchaus erfolgreich verwirklichen. Viele Auswanderer kehren schneller als erwartet aber wieder nach Deutschland zurück.


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